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Stoamandl - harmlose Kunst oder Gefahr für seltene Arten?

10.04.2026 • Naturschutz

Am Ostersonntag war ich im Naturschutzgebiet Halser Ilzschleifen unterwegs und stieß erneut auf mehrere künstlich errichtete Steintürme und Dekorationen im Wald Nahe eines Wohngebietes. Neben Naturmaterialien wurden dort auch Gegenstände wie Traumfänger, Buddha-Figuren und Holzskulpturen aufgestellt. Was für manche wie eine kreative Gestaltung wirkt, kann in einem sensiblen Schutzgebiet jedoch erhebliche Folgen haben.

In dem betroffenen Bereich lebt eine der wenigen gesunden Populationen des streng geschützten Feuersalamanders in Niederbayern. Diese Art ist durch den aus Asien eingeschleppten Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) akut bedroht. Der Pilz führt bei Salamandern zu schweren Hautschäden und verläuft meist tödlich. In mehreren europäischen Ländern sind bereits ganze Bestände zusammengebrochen. Für Passau ist der Erhalt der lokalen Population daher von besonderer Bedeutung.

Problematisch ist, dass Dekorationsgegenstände aus Fernost potenziell Sporen des Pilzes tragen können. Werden solche Objekte in ein Schutzgebiet eingebracht, besteht das Risiko, dass ein bislang gesunder Bestand innerhalb weniger Jahre vollständig zusammenbricht.

Dekoration Bild: Dekoration im Naturschutzgebiet

Traumfänger Bild: Traumfänger im Naturschutzgebiet

Hinzu kommt ein direkter Eingriff in das Laichgewässer der Feuersalamander. Steine, die den Larven als Versteck und Schutz dienen, wurden entfernt und zu Skulpturen aufgeschichtet. In tieferen Bereichen wurde ein Granitsockel eingebracht, wodurch das natürliche Bachbett verändert wurde. Solche Eingriffe können die Entwicklung der Larven massiv beeinträchtigen.

Neben den ökologischen Folgen hat das Ganze auch eine soziale Komponente: Wenn Besucher den Eindruck gewinnen, dass Eingriffe in geschützte Lebensräume akzeptabel sind, steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Störungen.

Der Vorfall wurde der Naturschutzbehörde der Stadt Passau gemeldet. Mein Anliegen ist es, auf die Sensibilität dieses Gebietes aufmerksam zu machen und dafür zu werben, künstlerische Aktivitäten auf Bereiche außerhalb von Schutzgebieten zu verlagern. Die Natur braucht hier vor allem eines: Ruhe.

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